Merinolandschaf

Ursprung

Grundlegend für die Rassenbildung waren Importe aus Spanien und Südfrankreich im 19. Jahrhundert. Durch Veredelungskreuzung bodenständiger Landschafrassen entstand im Laufe der Zeit das Merinolandschaf.

merinolandschaf

Rassetypische Merkmale

Das Merinolandschaf ist ein mittelgroßes bis großrahmiges Schaf mit keilförmigem, langem, hornlosem Kopf mit typischem Wollschopf ( Schaupe ) und breiten, leicht hängenden Ohren. Die Brust ist breit und genügend vorgeschoben. Die Mittelhand ist möglichst lang mit straffem, breitem Rücken, guter Rippenwölbung und langen, tiefen Flanken. Die Hinterhand zeigt ein langes, breites Becken und gut ausgebildete Innen – und Außenkeulen. Hautfalten sind unerwünscht. Die weiße Wolle hat Merinocharakter mit einem Sortiment von A/AB – B ( 26 bis 28 Mikron ).Gute Bauchbewollung.

Standort und Verbreitung

Das Merinolandschaf ist seit Jahrzehnten anteilmäßig die bedeutenste deutsche Schafrasse, und zwar mit 42 % des Schafbestandes der Bundesrepublik und 80 bis 85 % im süddeutschen Raum. Sein Standort sind die rauhen und kargen Naturweiden der Mittelgebirge gleichermaßen wie die futtermäßig günstigen Lagen der Ackerbaugebiete. Diese Rasse eignet sich nicht nur für die Hüte – , sondern auch für die Koppel – und Stallhaltung.

Leistungseigenschaften

  • Marsch – und Pferchfähigkeit
    Zur Nutzung unterschiedlichster Futterfächen im Jahresablauf
  • Asaisonale Brunst
    Erstzulassung im Alter von 12 bis 15 Monaten. Hohe Fruchtbarkeit und Aufzuchtleistung mit einer Ablammhäufigkeit von 1,2 bis 1,4 / Mutterschaf und Jahr. Ablammergebnis 198 %, Aufzuchtergebnis 181 %, Zwillingshäufigkeit ca. 55 bis 65 %
  • Hohe Zuwachs – und Fleischleistung
    Altböcke 120 – 140 kg
    Jährlingsböcke 90 – 110 kg
    Mutterschafe 70 – 85 kg
    Jährlingsschafe 55 – 60 kg
  • Wolleistung
    6 bis 7 kg Rohwolle / Bock und 4 bis 5 kg / Mutterschaf mit einem Rohwollgehalt
    von 45 bis 55 %
  • Das Merinolandschaf ermöglicht:
    Eine wirtschaftliche Lammfleischerzeugung mit unterschiedlicher Produktionsindentität und ein möglichst kontinuirliches Angebot marktgerechter Qualität.