Milchschaf

Ursprung

Das Milchschaf gehört zu den schlichtwolligen Landschafen der Fluß – und Seemarschen. Sein Ursprungsgebiet ist Ostfriesland. Während einer Jahrhundertelangen Entwicklung stand gleichrangig neben der Woll – und Fleischgewinnung die Milchproduktion. Das Ostfriesische Milchschaf wurde bereits um 1530 als großes, fruchtbares Schaf beschrieben. Im Gegensatz zu anderen Marsschafen wurden keine fleischbetonten Rassen eingekreuzt.

milchschaf

Rassetypische Merkmale

Das Milchschaf ist ein großrahmiges Schaf mit einem leicht ramsnasigen, unbewolltem Kopf. Der geschlossene, lang, breite Rumpf hat eine gute Rippenwölbung, eine feste Nierenpartie und eine leicht abschüssige Kruppe. Ein eindeutiges Kennzeichen ist der dünne, lange und unbewollte Schwanz.
Das Euter ist breit angesetzt und hat kräftige, seitlich nach unten gerichtete Striche. Die Wolle ist eine feine bis mittlere Crossbred-Wolle vom Sortiment C_D (32 – 38 Mikron). Neben den weißen Milchschafen werden in Bayern auch Milchschafe der braunen bis schwarzen Zuchtrichtung herdbuchmäßig betreut. Die Tiere müssen reinfarbig braun bis schwarz sein, eine Scheckung ist nicht erlaubt.

Standort und Verbreitung

Das Milchschaf ist im Gegensatz zu anderen Schafrassen kein Herdentier. Es wird auf Grund der besonderen Charaktereigenschaften hauptsächlich in kleinen Beständen gehalten und eignet sich nicht zur Haltung in Großherden. In Einzelhaltung oder in kleinen Gruppen von 6 – 8 Mutterschafen, bei ausreichenden Weideflächen und guter Futterqualität, kommt die genetische Leistungsveranlagung dieser Rasse voll zur Entfaltung. Der Anteil des Milchschafes am deutschen Schafbestand beträgt 2%. Die Hauptzuchtgebiete liegen neben Oldenburg, Ostfriesland und Schleswig – Holstein im Rheinland, in Baden – Würtemberg und in Westfalen. In Bayern erfreut sich das Milchschaf ebenfalls zunehmender Beliebtheit.

Leistungseigenschaften

  • Frühreife
    Erstzulassung mit 7 Monaten
  • Saisonale Brunst
    Hohe Fruchtbarkeit. Zwillingsgeburten sind beim Milchschaf die Regel, es werden mehr Drillinge als Einlinge geboren. Erreichtes Ablammergebnis 215%, Aufzuchtergebnis 189%
  • Gewichtsentwicklung und Fleischleistung
    Altböcke 100 – 120 kg
    Jährlingsböcke 70 – 85 kg
    Mutterschafe 80 – 90 kg
    Jährlingsschafe 65 – 75 kg
  • Hohe Milchleistung
    Die durchschnittliche Milchleistung in den letzten Jahren der in Bayern unter Milchleistungsprüfungen stehenden Milchschafe betrug 571 kg Milch bei 5,96 % Fett und 4,86 % Eiweiß. Die Milch ist schmackhaft, bekömmlich und besitzt einen hohen diätischen Wert
  • Wolleistung
    5 bis 7 kg Rohwolle/Bock und 4 bis 5 kg/Mutterschaf mit einem Reinwollgehalt von 60 %
  • Das Milchschaf
    Eignet sich zur Erzeugung von Milchmastlämmern mit hervorragender Fleischqualität.
    Es ermöglicht auf Grund seiner hohen Milchleistung außer Frischmilchverkauf auch die Herstellung von speziellen Schafmilchprodukten. Es gewährleistet bei bestehenden Absatzmöglichkeiten von Milch und Milchprdukten eine hohe Wirtschaftlichkeit.