Aktivitäten

 

 

Allgäuer Schafhalter besuchen Pfaffenwinkler

Schafhaltervereinigung

Am 7. Mai machten sich die Allgäuer Schafhalter mit einem vollbesetzten Bus auf nach Weilheim, um einigen Schafzüchtern des  Pfaffenwinkels einen Besuch abzustatten.

Erste Anlaufstelle war der Betrieb von Christian Rauch, 1. Vorsitzender der Pfaffenwinkler Schafhaltervereinigung. Nach einer herzlichen Begrüßung führte er uns zu seiner stattlichen Herde weißer Bergschafe und anschließend in seinen neu errichteten Schafstall, der uns durch seine praktische, arbeitserleichternde Funktionalität begeisterte! Ein Stall zum wohlfühlen, hell und gut belüftet. Nicht nur die Schafe fühlen sich dort gut, sondern auch die Besucher. Ein Teil des Stalles wurde in einen Gastraum umgewandelt und so konnten wir im Beisein der Schafe die für uns von einigen Vereinsmitgliedern bereitgestellten Wurstspezialitäten der Region schmecken lassen. Nach vielen Fachgesprächen führten die Pfaffenwinkler uns weiter zum Betrieb von Monika Lochner nach Wielenbach. Betrieb ist eigentlich untertrieben, Monika Lochner hat dort mit tatkräftiger Unterstützung Ihres Ehemannes und selbsternannten Knechtes eine Idylle geschaffen, die seinesgleichen sucht. Mitten im Wald entstand wohl erst das Wohnhaus mit Platz für Hühner, Enten usw. und wie es manchmal im Leben so geht, sah sie im vorbeifahren auf einer Schafweide ein kleines geschecktes Bergschaflämmchen im Gras liegen. Es war wohl Liebe auf den ersten Blick, also musste ein Schafstall her, auch hier vom Feinsten und arbeitserleichtender Technik. Eine gemütliche Sitzecke mit beheizbarem Ofen für die Nachtwachen in der Lammzeit sprechen für sich. Ideal auch die aroundierten Weideflächen die nach und nach erworben werden konnten. Mittlerweile besitzt Monika Lochner eine schöne Herde gescheckter Bergschafe und hat sich als Züchterin bereits einen sehr guten Namen gemacht.

Züchterin darf Sie sich jetzt nennen, es gelang Ihr in mühevoller Pionierarbeit die „Gescheckten“ als eigenständige Rasse ins Herdebuch zu etablieren. Nach Ihren Angaben gibt es jetzt bereits 13 HB Betriebe dieser Rasse mit Tendenz nach oben.

Auch hier wurden wir im beheizten Schafstall sehr gut bewirtet bevor wir uns gemeinsam auf den Weg zu Johann Schleich nach Weilheim machten. Wir trafen erstmal keine Schafe an aber dafür Saiblinge und Forellen … und zwar auf Steckerln über dem Feuer, es sah so aus als hätten sie auf uns gewartet! Wir waren uns einig, dass wir selten so gute Fische verspeist hatten. Johann Schleich betreibt dort eine Fischzucht und gespannt lauschten wir seiner Lebensbiografie. Nach einigen Rückschlägen ist es Ihm gelungen einen soliden Betrieb aufzubauen. Auf etlichen Wochenmärkten und in seinem Hofladen bringt er seine Spezialitäten an den Mann und an die Frau und ist weithin für die gute Qualität seiner Produkte bekannt. So ganz nebenbei hält er noch etwas außerhalb über hundert Mutterschafe, überwiegend zur Fleischproduktion und wie er uns berichtete, wenn einmal der Stress zu viel wird geht er zu den Schafen, um wieder runterzukommen und Kräfte aufzutanken. Was gibt es beruhigenderes, als den Schafen beim Fressen auf der Weide zuzuschauen ?

Nach gutem Essen und interessanten Gesprächen führte er uns zu seinen Schafen und zu seinem fast fertiggestellten neuen Schafstall. Auch dieser Stall ist gut durchdacht, sehr geräumig mit viel Platz für Ablammboxen, in idealer Lage an die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen.

Mit guten Eindrücken im Kopf machten wir uns gegen Abend wieder auf in Richtung Allgäu, es war ein erlebnisreicher Ausflug.

An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an die Pfaffenwinkler Schafhalter für Euer herzliches Willkommen, Eure super Gastfreundschaft und dafür dass Ihr Euch den ganzen Sonntag wegen uns um die Ohren geschlagen habt.

 

 

Jahresrückblick 2016

Zum ersten Schäfertreff kamen wir am 28. Januar hier zusammen, es war ein gemütlicher Ratsch-Abend ohne Referenten und ohne Tabellen oder anderen Unannehmlichkeiten.

Am 14. Februar fand hier wieder ein lebhafter Woll-und Spinnhock statt, mit einigen auswärtigen Gästen, die sich jedes Jahr wieder hier einfinden.

12. März 2016 Jahreshauptversammlung

Nicht ganz wohl war es uns an diesem Abend, da wir ja bis dahin keinen Bewerber für das Amt des ersten Vorstandes hatten. Auch die von noch Vorstand Alexander Fritz vorgeschlagene neue Variante einer Teamvorstandschaft, für die die Vereinssatzung geändert hätte werden müssen, bekamen wir nicht zusammen. Zu guter Letzt erklärten sich Andreas Müller und Hans-Peter Leinthaler bereit, die erste und zweite Vorstandschaft zu übernehmen und ein großes Aufatmen ging durch unsere Reihen. Die scheidenden Ausschussmitglieder Werner Schädler und Hermann Tauscher wurden bei den Neuwahlen ersetzt von Kaspar Zint und Gerhard Pfurrer. Die neue Vorstandschaft arbeitet seit einem Jahr in gutem Einverständnis und viel Motivation zusammen. Endlich kam dann Frau Dr. Dohmes zu Wort, Sie kam mit weniger guten Nachrichten, so wie es aussieht nähern sich uns gleich 2 Serotypen Blauzungenerreger, einer von rechts und einer von links. Natürlich gibt es wieder einen Mordshickhack von Amtswegen über die Genehmigung der Impfstoffe sowie deren Bereitstellung. Wir sind es ja gewöhnt und werden auch dieses wieder in den Griff bekommen. Frau Dohmes zeigte uns noch Bilder des komplizierten Verdauungssystems unserer Schafe, immer wieder interessant wie das alles funktioniert und für alle die es noch nicht gewusst haben, Schafe haben auch einen Blinddarm. Weitere Themen waren noch die Breinierenkrankheit, Futterumstellung vor dem 1.Weideaustrieb und zu guter Letzt ein nie enden wollendes Thema, die Endoparasiten, sprich Würmer.
Wieder was dazugelernt.

Am 24. April machten wir uns mal wieder mit einem vollbesetzten Bus auf zu unserem Jahresausflug ins Freilichtmuseum Glendleiten. Was soll ich sagen, grad schee war‘s. Geschneit hat´s, kalt war‘s und nach ein paar Kilometern hat auch noch der Bus angefangen zu pfeifen, nach einschlägigen Erfahrungen vom Vorjahr waren wir froh, dass es diesmal nur das Dachfenster war und dass wir eigentlich gesperrte Straßen passiert haben ist auch nicht tragisch, Hauptsache es hat funktioniert. Viele schöne Schafe und Rinder haben wir gesehen und nicht zuletzt die vielen alten Bauerhöfe, die uns mal wieder vermittelt haben wie einfach die Menschen damals gelebt haben. Also es geht nichts über alte Bauernhöfe, sofern sie Zentralheizung, warmes, Wasser und Spülklosett haben. Zum Abschluss besuchten wir noch den Haflinger Hof und nach einer gemütlichen Einkehr machten wir uns wieder auf den Heimweg ins mittlerweile verschneite Allgäu. Abschließend muss ich noch erwähnen, dass unser jüngstes, erst zwei Wochen altes Mitglied Florian Pfurrer auch per Auto dabei war, wenn das mal kein guter Schäfer wird.

Am 28. April war unser Schafberater Georg Zettler bei uns und versuchte uns das äußerst raffinierte Verdauungssystem unsere Schafe noch mal näherzubringen. Die Aufgabe der verschiedenen Mägen ist es, die Nahrungsmittel so zu zerlegen, dass am Schluss alles so verwertet ist, dass nur noch ein paar Knittel übrigbleiben. Wer von uns hat gewusst, dass das Magenvolumen bis zu zwanzig Liter fasst und ca. 1Liter Bakterien auf ca. 5000 g davon entfallen, damit die Bakterien sich besser entwickeln und später dann mit verdaut werden können, heizt der Pansen gut ein und die Netz- und der Blättermagen schicken alles was zu grob ist wieder zur nochmaligen Bearbeitung nach oben. Kein Wunder also, dass unsere Schafe hauptberuflich Wiederkäuer sind, 8-10 Stunden am Tag und das ergibt ca. 500 bis 700 Bissen und ganz nebenbei wird dabei noch 5-8 Liter Speichel produziert. Genau deshalb wollen manche Schafe nicht gern aus dem Zuber trinken, wenn grad davor eine reingespeichelt hat. Auch hier wieder den Ratschlag von Georg Zettler: Langsame Futterumstellung im Frühjahr und wenn möglich immer Rauhfutter zur Verfügung!

Beim Schäfertreff am 30. Juni hielt unser zweiter Vorstand Hans-Peter Leinthaler einen Vortrag über die Zusammensetzung der verschiedenen Erdarten und was das Zusammenspiel von bestimmten Faktoren für die Beschaffenheit des Bodens für Auswirkungen hat. Man glaubt es nicht was in unserer Erde alles vor sich geht, ich hoffe, dass Ihr Euch das alles gemerkt habt und anhand der sogenannten Zeigerpflanzen erkennen könnt was in Euren Wiesen fehlt oder zu viel vorhanden ist. Wichtig ist eine gesunde Pflanzenvielfalt, unsere Schafe werden es uns danken. War sehr interessant.

Am 9. Juli durften wir bei Familie Maurus in Ihrem schönen Garten unser Grillfest abhalten. Alles hat gepasst, vom schönen Wetter angefangen, Essen, Trinken und nicht zuletzt ein tolles Ambiente. Man kann wirklich sagen, unsere Grillfeste werden immer exklusiver und nochmals ein Dankeschön an Familie Maurus für die große Mühe die Ihr Euch gemacht habt, es war sehr schön bei Euch und wir kommen gerne wieder einmal.

Beim Schäfertreff am 22. September galt es wieder einmal die letzten Details für die Schafprämierung zu besprechen, aber wie schon öfters erwähnt, wir haben so prima Vereinsmitglieder die jedes Jahr wieder bei der Prämierung Ihren Job machen und so viele Kuchenbäckerinnen und andere Helfer, dass fast nichts mehr schiefgehen kann.

Am 2. Oktober hat es natürlich geregnet, klar, die Allgäuer Schafhalter hatten ja Ihre Prämierung. Mit einem sehr schönen Gottesdienst begleitet von der Musikkapelle Diepolz im Stadel von Richard begann unser Tag. Der Priester fand sehr gute Worte in seiner Predigt, passend zum Anlass und er gab kund, dass es für Ihn auch das erste mal war, einen Gottesdienst in diesem Rahmen zu feiern. Er hat es sich nicht nehmen lassen anschließend zu unseren Schafen zu gehen und alle Boxen zu inspizieren, Fragen zu stellen zwecks Rasse oder ob die Tiere auch Namen haben usw. und natürlich wurden alle Schafe mit Weihwasser besprenkelt ob sie wollten oder nicht. Es war, finde ich, schon etwas Besonderes.

Dann wurde es ernst, Richter Dr. Mendl und Franz Ostler nahmen unsere nassen Tiere unter die Lupe und machten sich redlich Mühe korrekt zu beurteilen und haben sich trotz Regen viel Zeit dazu gelassen. Ludwig Prinz erreichte mit seinen Bayern Elite Schafen, die glaube ich noch nie bei uns erreichte Punktzahl 99 und erhielt den Pokal der Herdebuchzüchter. Den Pokal für die Muttergruppen mit 90 Punkten nahm unser 1. Vorstand Andreas Müller mit nach Hause und der Pokal für die Gebrauchsschafhalter ging an eine Gruppe tapfere, kleinere, graue, (ich meine die mit den Hörnern) Schafe mit 93,5 Punkten nach Gestratz. Unsere 5 Jungzüchter, allen voran der kleine Jakob, hielten sich wieder tapfer im Ring, natürlich lauter 1. Plätze und trugen mit strahlenden Gesichtern Ihre Schellen und Urkunden mit nach Hause.
Und wer sagt‘s denn, gegen Mittag kam die Sonne raus und mit Ihr noch viele Besucher, große Attraktion wie immer, das Schauhüten mit Peter Vogler und das Schafscheren mit….?…und die Verkaufsstände wurden sehr gut besucht.
Ende gut, alles gut!

Am 27.Oktober hatten wir Herrn Zindath von der Bayrischen Herdebuchgesellschaft zu unserem Schäfertreff eingeladen. Er berichtete über die Richtlinien und Aufgaben die ein Herdebuchzüchter zu beachten hat. Eine Herdebuchzucht ist natürlich mit viel extra Arbeit und auch Kosten verbunden, aber dafür kann man auch Zuchttiere bei den Auktionen mit Glück zu ganz anderen Preisen verkaufen als ein normaler Schafhalter. Es freut uns, dass wir einige sehr engagierte, erfolgreiche Herdebuchzüchter in unserem Verein haben.

Am 12. Dezember fanden sich rund 30 Mitglieder zur Weihnachtsfeier hier ein.

Anlässlich unseres 40jährigen Vereinsbestehens hatte die Vorstandschaft beschlossen 4 Mitglieder für Ihre Verdienste für den Verein zu ehren. Allen voran Werner Schädler, letztes verbliebenes Gründungsmitglied, sowie Helmut Spieß (wird heute geehrt), Wolfgang Müller und unser Ehrenvorstand Franz Greber. Alle 4 haben unendlich viel für den Verein geleistet und ihn zu dem gemacht was er heute ist. Ohne solche Menschen geht nichts und wir wollen hoffen dass immer wieder neue junge Mitglieder bereit sind, mal etwas Freizeit zu opfern, sich auch mal rumärgern zu müssen, aber auch Freude daran haben ehrenamtlich was zu tun, und zusätzlich auch noch viel über Schafe lernen kann, damit es mit unserem Verein so weitergeht wie bisher. Als Zeichen der Anerkennung und des Dankes wurde den Geehrten ein geschnitztes Schaf sowie eine Ehrenurkunde überreicht die hoffentlich zu Hause schon ein Plätzchen gefunden haben.

Mit einem guten Essen von unserem Herbergswirt Franz und schönen Bildern die Hans-Peter Leinthaler mitgebracht hatte, ließen wir das Schafjahr 2016 ausklingen.

Also würde ich sagen, machen wir 2017 so weiter, wenn‘s Euch recht ist, leider haben wir im vergangenen Jahr ein paar Mitglieder verloren, teils aus Altersgründen oder weil sie keine Schafe mehr haben, aber die Familie Ulrich Wimmer hat sich von Oy Mittelberg nach Norwegen aufgemacht um dort im größeren Stil Schafzucht zu betreiben, den Beiden wünschen wir natürlich viel Glück, vielleicht können wir ja mal unseren Jahresausflug dahin machen.

Wir haben jetzt noch 96 Mitgliedschaften und wie ich Euch kenne, sorgt Ihr auch weiterhin dafür, dass Bayernweit die schönsten Schafe bei uns zu finden sind.

Hilde Wahl

Bewertungsliste

Schafprämierung im Allgäuer Bergbauernmuseum Diepholz am 02.10.2016

Standardgruppen

Bergschaf weiß

Pk. Bes. Auszeichnung
Ludwig Prinz Weiler Simmerb. HB 99 1a-Bock BS, 1b-Schaf BS, 1b-Schaf BS, Wollsieger, Siegergruppe HB
Josef Kinzelmann Stiefenhofen HB 93,5 1b-Bock BS

Bergschaf gescheckt

Pk.
Franz Greber Gestratz 91,5  1c-Bock BS
Werner Schädler Hinterstaufen HB 91  1c-Schaf BS

Bergschaf braun

Pk.
Franz Greber Gestratz 91
Eckhard Birk  Biberach  88

Skudden

Pk.
Martin Schwind Memmingen HB 91  1b-Bock, 1c-Schaf sonst. Rassen

Graue Gehörnte
Heidschnucke

Pk.
Manfred Bechteler Sonthofen HB 94 1a-Bock sonst. Rassen
Hildegard Wahl Gestratz 93,5 1c-Bock sonst. Rassen, Siegergruppe Gebrauchsschafhalter
Felix Kleiner Argenbühl 89 1b-Schaf sonst. Rassen

Scottish Blackface

Pk.
Peter Vogler Fischen HB 94 1a-Schaf sonst. Rassen

Muttergruppen

Juraschaf

 

 

Pk. Bes. Auszeichnung
Andreas Müller Gestratz 90 1b-Schaf Mg, Siegergruppe Muttergruppe

Bergschaf gescheckt

Pk.
Kaspar Zint Vorderhindelang 87,5  1a-Schaf Muttergruppe

Krainer Steinschaf

Conny Bühler Wertach 87

Alpines Steinschaf

Pk.
Andrea und Hans-Peter Leinthaler Wertach HB 89m5 1c-Schaf Muttergruppe

Rasseschau ohne Bewertung

Barbados Blackbellys

Carsten Thein

Jungzüchter

Bergschaf braun

Jakob Greber

Krainer Steinschaf

Benedikt Bühler, Felizia Bühler

Alpines Steinschaf

Fritz Leinthaler, Greta Leinthaler

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