Graue Gehörnte Heidschnucke

Ursprung

Die graue gehörnte Heidschnucke stammt vom europäischen Wildschaf, dem Mufflon ab. Die Vorfahren lebten auf Sardinien und Korsika. Die Graue gehörnte Heidschnucke war einst weit über Norddeutschland verbreitet. Größere Herden sieht man heute noch in der Lüneburger Heide. Sie verkörpern den Typus des urwüchsigen, anspruchlosen und unveredelten Landschafes.

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Rassetypische Merkmale

Die Graue gehörnte Heidschnucke ist eine der kleinsten deutschen Schafrassen. Sie ist in beiden Geschlechtern gehörnt. Die Hörner der weiblichen Tiere sind einfach nach hinten, die der männlichen Tiere dagegen sind schneckenförmig nach außen gebogen. Der Kopf ist länglich und keilförmig, die kleinen Ohren stehen schräg aufwärts. Der Rumpf ist tief und geschlossen, die Rippe gut gewölbt, das Fundament fein und trocken, die Klaue hart. Kopf und Beine sind glänzend schwarz und unbewollt. Als ideal wird das silbergraue Vlies mit schwarzem Brustlatz angesehen. Die Mischwolle, eine grobe Crossbred – Wolle, steht im Sortiment E-EE (40-50 Mikron). Die Lämmer werden schwarz und gelockt geboren, nach der ersten Schur stellt sich die rassetypische graue Farbe ein.

Standort und Verbreitung

Die Heimat der Grauen gehörnten Heidschnucke sind die trockenen Heideflächen des Lüneburger Raumes. In Bayern wird sie hauptsächlich in kleineren Einheiten in Koppeln zur Nutzung von Restgrünlandflächen und aus Liebhaberei gehalten.

Leistungseigenschaften

  • Große Wiederstandsfähigkeit und Anspruchslosigkeit
    Einsatz in der Landschaftspflege bei karger Weide und rauhem Klima sowie natürliche und kostengünstige Pflege der Heide
  • Saisonales Brunstverhalten
    Durchschnittliches Ablammergebnis ca. 144%, Aufzuchtergebnis ca 135%, bei einer Zwillingshäufigkeit von ca 30 – 40%. Erstzulassung im Alter von rd. 18 Monaten oder auch früher
  • Gewichtsentwicklung und Fleischleistung
    Entwicklungsbedingt ist die Graue gehörnte Heidschnucke den spätreifen Schafrassen zuzuordnen. Durch Zuchtauswahl und verbesserte Futtergrundlage sind die Tiere frohwüchsiger geworden.
    Durchschnittsgewichte der Zuchttiere
    Jährlingsböcke 50 bis 65 kg
    Altböcke 75 bis 85 kg
    Jährlingsschafe 30 bis 40 kg
    Mutterschafe 40 bis 45 kg
  • Fleischgeschmack typisch wildbretartig im Vergleich zu anderen Schafrassen hat die Heidschnucke eine geringere Bemuskelung. Das fettarme Fleisch gilt wegen der Zartheit und des typischen Geschmackes als Delikatesse
  • Wolleistung 3,5 – 4,5 kg Rohwolle/Bock und 2,0 – 2,5 kg/Mutterschaf bei einem Reinwollgehalt von 60%
  • Die dekorativen Heidschnuckenfelle erfreuen sich großer Beliebtheit.