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Aktivitäten

Schafprämierung im Berbauernmuseum Diepolz 03.10.2010

Bewertungsliste

Bergschafe weiß

 

    Punkte Besondere Auszeichnungen
Helmut Spiess Burgberg HB 90 1a-Schaf, 1c-Schaf
Ludwig Prinz Weiler Simmerberg HB 88 1a-Bock
Werner Schädler Hinterstaufen HB 90 1b-Bock, Wollsieger
Matthias Baldauf
Scheidegg -- 85 1b-Schaf

 

Bergschafe braun

 

       
Thomas Porsch Heimenkirch HB 89 1b-Bock, 1a-Schaf
Eckhard Birk Biberach -- 89 1c-Bock, 1c-Schaf
Kaspar Zint Bad Hindelang -- 90 1a-Bock, 1b-Schaf

 

Graue gehörnte Heidschnucke

 

       
Felix Kleiner Agenbühl -- 92 Siegergruppe Schafhalter

 

Skudden

 

       
Martin Schwind Memmingen HB 94 Siegergruppe Herdbuch

 

Alpines Steinschaf

 

       
Andrea und Hans-Peter
Leinthaler
Wertach
HB 88  

 

Coburger Fuchsschaf

 

       
Karl Heinz Pillmeier
Fischen Au

HB 88  

Impressionen der Prämierung 2010

 

 

Allgäuer Schafhalter e.V. unterwegs 2010


Im Mai 2010 machten sich die Allgäuer Schafhalter wieder einmal auf den Weg um andere Schafbetriebe zu besichtigen. Da, das Gute bekanntlich sehr nahe liegt, ging die Reise der "Allgäuer" dieses Jahr Richtung Bodensee durch die beginnende Obstbaumblüte nach Uhldingen zu den Vereinsmitgliedern Irmgard und Hermann Horn. Familie Horn hat sich in den letzten 10 Jahren eine stattliche Herde Ile de France aufgebaut und Sie haben sich als Züchter dieser Rasse weit über die Grenzen Baden Württembergs hinaus einen Namen gemacht, unzählige Siegertafeln an den Stalltüren sind nicht zu übersehen. Im Bestand sind zur Zeit etwa 200 Muttern mit Lämmern.

In Sachen Landschaftspflege sind die Tiere auf verschiedene Weiden aufgeteilt. Im Frühjahr macht sich Familie Horn mit den Müttern und Lämmern auf zu einem zweitägigen Marsch nach dem 25 km entfernten Sipplingen, wo die Schafe den Sommer über verbleiben. Eine Gruppe Jungböcke im Flegelalter trafen wir in Unteruhldingen an und eine Gruppe verbleibt auf den hauseigenen Weiden um die Stallungen. Natürlich ist in so einem Betrieb der Einsatz der gesamten Familie gefordert und Irmgard Horn unterstützt mit Freude und Engagement ihren Mann. Wie sie berichteten, geht erfreulicherweise ein großer Teil der Jungtiere als Zuchttiere auf den Markt und auch der Absatz von den Schlachttieren funktioniert sehr gut.

Eine kleine Reise in die Vergangenheit machten die Allgäuer Schafhalter anschließend bei der Besichtigung der Pfahlbauten in
Unteruhldingen. Wegen Wassermangels des Bodensees standen die Bauten zwar gerade nicht alle unter Wasser aber trotzdem vermittelte die Führerin den Besuchern wie die Pfahlbauten erstellt, in ihnen gelebt und gearbeitet wurde. Lebensechte Szenen mit Figuren und präparierten Tieren geben einen Einblick in den Alltag vor 3000 Jahren.

Nach soviel Eindrücken gab es erst einmal eine Mittagspause mit gutem Essen und frisch gestärkt machten sich die „Allgäuer“ auf den Weg in Richtung Salem, vorbei am Affenberg, der gerade von zahlreichen Störchen umkreist wurde, zur Schäferei Gulde in Buggensegel. Ca. 200 ha Flächen werden von Schäfer Gulde, seiner Lebensgefährtin und seinen 3 erwachsenen Kindern bewirtschaftet. Der Nachwuchs ist zum Teil in Landwirtschaftlichen oder anderen Berufen ausgebildet, die Söhne sind zeitenweise als Schafscherer Truppe unterwegs und die Tochter kümmert sich um den geschäftlichen Teil des Betriebes. Zur Zeit zählt seine Herde etwa 1000 Merino-Mutterschafe, die an verschiedenen Standorten anzutreffen sind. Gesteuerte 4 Ablammzeiten sorgen für ständigen schlachtreifen Nachwuchs der Lämmer. Nach der Schlachtung im eigenen
EU – Schlachthaus werden die Produkte in Eigenvermarktung an den Mann oder die Frau gebracht. Jeder Schafhalter kann sich vorstellen, was für ein Management hinter so einer Größenordnung steht.

Einmal keine Schafe, sondern ein Ziegenhof war das nächste Ziel der Allgäuer Schafhalter.
Georg Moser bewirtschaftet mit 200 weißen deutschen Edelziegen seinen Aussiedlerhof in Ahausen mit ca. 40 ha Flächen. Keine Silage, sondern frische Weide, Luzerne, Bohnen und Erbsen vom eigenen Acker stehen auf der Speisekarte seiner Ziegen und sorgen dafür, dass diese am Tag ca. 2 Liter gute Milch geben. Mit etwas Kraftfutter werden 25 Ziegendamen in den hochmodernen Melkstand gelockt und man hatte den Eindruck, dass sie es kaum erwarten konnten eingelassen zu werden. Mit einem Gitter werden die Tiere fixiert, dann geht es langsam ein paar Schritte rückwärts bis an den Rand einer Grube in der, aufrecht stehend, bereits Georg Moser mit den Milchschläuchen wartet. Jedes Euter wird mit ein paar freundlichen Worten und Streicheleinheiten bedacht, bevor die Melkmaschine angesetzt wird. Automatisch wird die Milch in die Tanks zur Weiterverarbeitung geleitet. Feinste verschiedene Ziegenkäsesorten sind das Endergebnis und werden anschließend im schmucken Hofladen und auf den umliegenden Märkten verkauft. Auch in diesem Betrieb ist wieder die gesamte Familie im Einsatz.

Nach einem abschließenden Kaffeplausch mit Georg Moser verabschiedeten sich die „Allgäuer“ um sich mit vielen guten Eindrücken und neuen Erkenntnissen wieder auf den Heimweg zu machen. Gerne hätte ich noch so ein kleines Zicklein mitgenommen um es daheim zu unseren Schafen zu gesellen, aber ein anderer Schafhalter warnte mich und sagte:
„Lass des liaber sei, woisch, Goißa sind Siacha“.


Hildegard Wahl



Allgäuer Schafhalter besichtigen die neue Schafwoll-Kardiererei bei
Familie Greber im Allgäu

Im Frühling folgten zahlreiche Mitglieder der Allgäuer Schafhalter der Einladung des 1. Vorsitzenden Franz Greber und seiner Ehefrau Lini, um Ihre neue Schafwoll- Kardiererei zu besichtigen.

Wollverarbeitung fängt natürlich mit der Schur des Schafes an.

Vereinsmitglied Bertold Zwerger demonstrierte seine Scherkunst an farblich verschiedenen Bergschafen. Der erste wichtige Schritt der Wollverarbeitung ist das sorgfältige Sortieren der Wolle, erklärte Lini Greber. Will man hochwertige Wollqualität erreichen, müssen verschmutzte Bauchwolle oder Stroh mit sehr viel Arbeits- und Zeitaufwand gründlich entfernt werden. Eine farbliche Sortierung wird ebenfalls vorgenommen.

Lini Greber erläutert das Sortieren der Wolle

Ist dies alles geschehen, macht sich Familie Greber mit vielen Säcken Wolle auf den Weg ins österreichische Ötztal um in der dortigen Wollwäscherei Ihre Wolle waschen und wieder trocknen zu lassen. Leider gibt es in Deutschland keine Wäscherei mehr, eine Alternative gäbe es noch in Belgien.

Wegen des Volumens wird die frisch gewaschene Wolle in der Wäscherei stark zusammen gepresst und Fam. Greber kann sich wieder auf den Heimweg machen.

Als nächstes wird die Wolle durch den sogenannten „Wolf“ gelassen, eine Maschine, die die Wolle wieder etwas zerreißt. Jetzt erst beginnt das sogenannte Kämmen der Wolle, früher oft von Hand gemacht, übernimmt diese Arbeit heute die Kardiermaschine. Mit Staunen verfolgten die Allgäuer Schafhalter den Vorgang an dieser imposanten Maschine. Vorne wird die Rohwolle eingebracht, wird über Walzen mit vielen Zahnrädern weiter transportiert und kommt hinten fein gekämmt als fertiges Vlies wieder zum Vorschein.

Jetzt kann die Wolle gesponnen, gefilzt oder anderweitig verarbeitet werden.

Kardieren der Wolle

Familie Greber hat sich in den letzten Jahren einen Namen mit von Hand gefilzten Produkten gemacht. Auf vielen Schafmärkten und Auktionen sind Sie mit Ihren Filzhüten, Taschen und anderen netten Assesoires anzutreffen. Die ganze Familie ist an der Herstellung dieser Produkte beteiligt. Weit im Umkreis bekannt ist auch Ihr Hofladen „Rund ums Schaf“ mit einem großen Angebot an Waren aus Schafwolle.

Abschließend gab Lini Greber noch einen kleinen Filzkurs für interessierte Mitglieder der „Allgäuer Schafhalter“. Und so konnten manche Besucher noch ein selbst gefilztes Lämmchen mit nach Hause nehmen.

Hüte filzen bei Grebers

Mit Kaffe, Kuchen und der Erkenntnis, wie wertvoll und vielseitig verwendbar unsere Schafwolle ist, endete dieser Nachmittag bei Familie Greber.

 



Jahresausflug der Allgäuer Schafhalter auf die Schwäbische Alb

Wieder einmal mit vollbesetztem Bus machten sich die Allgäuer Schafhalter auf den Weg, dieses Jahr galt es die Schwäbische Alb und die dortige Schafhaltung zu erkunden.

Als erstes besuchten die Allgäuer den Betrieb von Dieter Hertler in Deckingen. Die Schäferei ist seit mehreren Generationen Familientradition. Die gute Zuchtarbeit ist weit über die Grenzen der Schwäbischen Alb bekannt. Dieter Hertler beweidet mit seiner mehreren hundert zählenden Merino Herde große Teile der Nordalb, teils in Wanderschafhaltung oder auch Koppelhaltung.

Mitbewohner im Schafstall Hertler

Nach der Besichtigung der Stallungen und Wirtschaftsgebäude führte Dieter Hertler die Allgäuer auf einen höher gelegenen Teil der Nordalb zu seiner Herde. Die Allgäuer waren überrascht über diese reizvolle Landschaft mit Ihren Laubwäldern und Wacholderheiden, die von den Schafen im Zaum gehalten werden. Ein geplanter Spaziergang von 200 Metern weitete sich über mehrere Kilometer aus und die Allgäuer konnten sich nicht satt sehen an dieser schönen Gegend mit herrlichen Ausblicken über die Täler der Schwäbischen Alb.

Blick über das Filstal

Dieter Hertler gab viele Informationen über seine Betriebsführung und über die Planung eines EU-Schlachthauses und es war wieder einmal festzustellen, dass die Schafhalter sich überall mit den gleichen Sorgen und Nöten herumschlagen müssen. Wieder zurück am Hof wurden die Besucher von Fam. Hertler reichlich bewirtet und machten sich frisch gestärkt weiter auf den Weg nach Jesingen zu Familie Sigl, die dort eine Schäferei mit ca 300 Merinos sowie seit dreißig Jahren zusätzlich eine für die „Alb“ außergewöhnliche Suffolkzucht ,(englisch, französischer Typ) betreibt. Familie Sigl bewirtschaftet ca. 60 ha. Grünlandflächen, darunter auch den Truppenübungsplatz Münsingen. Herr Sigl berichtete über seine Zuchtarbeit mit den Suffolks und die Allgäuer konnten sich von ausgezeichneten Zuchtböcken überzeugen.

Merinoherde Dieter Hertler

Nach dem Mittagessen in Mühlhausen wurden die Allgäuer Schafhalter von Guido Jakob in Empfang genommen, der im sogenannten „Goißatäle „ ( Geißental) im oberen Filstal mit drei anderen Schäfern 2004 eine Weidegenossenschaft gegründet hat. Zwischen Gruibingen, Mühlhausen und Wiesensteig pflegen heute ca 2500 Schafe versch. Rassen und 200 Ziegen von Guido Jakob die Kulturlandschaft. Offene Wacholderheiden, eine blütenreiche Flora, der Magerrasen mit Silberdistel, wildem Mayoran und Thymian, alles Pflanzen die auf einen sonnigen Standort angewiesen sind, ist der Landschaftspfege der Schafe zu verdanken. Gilt es der verbuschenden Landschaft wieder ein Stück abzutrotzen, leisten die Ziegen von Guido Jakob die grobe Vorarbeit und den Feinschnitt übernehmen 200 graue gehörnte Heidschnucken, die für Ihre Genügsamkeit bekannt sind.

Burenziegen von Guido Jakob

Durch gute Zusammenarbeit der Weidegemeinschaft mit den Gemeinden und Gastronomen des oberen Filstales, bietet sich eine gute Möglichkeit die Produkte der Schafhaltung in der Öffentlichkeit zu präsentieren und zu vermarkten.

Schäfer Jakob hat sich eine Nische zum Überleben gesucht: statt des üblichen Merino Landschafes hat er sich Heidschnucken und Ziegen angeschafft. Erfolgreich bringt er seine Heidschnucken- und Ziegenprodukte, von deren Qualität sich die Allgäuer Schafhalter überzeugen konnten, in „Jakobs Lädle“ in Mühlhausen an seine Kundschaft.

Nach reichlicher Bewirtung von Fam. Jakob und beeindruckt von dem Projekt der Weidegemeinschaft im Geißental machten sich die Allgäuer Schafhalter wieder auf die Heimreise.

Familie Hertler und Franz Greber

Franz Greber und Guido Jakob

 


Wir spinnen immer noch...

Unter dem Motto "Wir spinnen immer noch" treffen wir uns einmal im Jahr bei unserem Vereinsmitglied Franz Braun in Bühl am Alpsee zu einem gemütlichen Woll- und Spinnhock.
Hier können auch Unkundige die alte Kunst des Wolle spinnens unter fachkundiger Anleitung erlernen.